Das Kürzel "SEPA" ist seit 2008 ein wichtiges Thema in der Finanzwelt – nicht nur in der Fachpresse, auch in Gesprächen taucht es immer wieder auf. Aber was verbirgt sich wirklich hinter diesem Begriff und welche Auswirkungen hat SEPA auf den Zahlungsverkehr?
Bei SEPA geht es um das Ziel, einen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum ohne Unterschiede zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen zu schaffen. Nach der Definition der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) steht SEPA für "Single Euro Payments Area" – das heißt, SEPA betrifft nur Länder, in denen der Euro Zahlungsmittel ist. Die europäische Kreditwirtschaft sowie die Kartenorganisationen definieren SEPA jedoch als "Single European Payments Area" und beziehen so sämtliche Mitgliedstaaten der EU mit ein.
Ein besonderer Fokus liegt bei SEPA auf Debitkarten, weil hierfür in jedem Land diverse Systeme bestehen (in Deutschland zum Beispiel electronic cash und ec-Lastschrift), die ursprünglich nicht grenzüberschreitend nutzbar waren. Der Zeitplan zur Realisierung von SEPA sieht vor, dass Banken ihren Kunden SEPA-konforme Verfahren für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen entwickeln und die Einführung dieser Verfahren bis Ende 2010 abgeschlossen ist.
Die europäischen Kreditinstitute haben im Jahr 2002 das European Payments Council (EPC) gegründet; die grundlegende Strategie "Euroland – Our Single Payment Area" wurde im Mai 2002 formuliert. Mit dem EPC haben die europäischen Banken gegenüber der EU-Kommission und der EZB die Realisierung von SEPA zugesichert. In der "Roadmap" des EPC wurde ein Zeitplan für die erforderlichen Arbeiten bis Ende 2010 festgelegt. Außerdem wurden die sechs Arbeitsgruppen Direct Debit, Credit Transfer, Cards, Cash, OITS (Operations, Infrastructure, Technology, Standards) und Legal gebildet, in denen Vertreter von Banken aus allen EU-Ländern mitarbeiten.
Als Richtlinie für die Implementierung von SEPA bei bargeldlosen Bezahlverfahren verabschiedete das EPC im März 2006 das so genannte SEPA Cards Framework (SCF), in dem die Anforderungen und Standards für Kartensysteme und nationale Bankengemeinschaften festgelegt sind. Das aktuelle SCF bezieht sich dabei vor allem auf Debitkarten, da die meisten Kreditkartensysteme bereits SEPA-fähig sind, und gilt für die 13 Euro-Länder. Im April 2007 folgte das Europäische Parlament mit der Payment Services Directive (PSD), durch die der rechtliche Rahmen für den SEPA-Raum festgelegt wird und in allen EU-Mitgliedsstaaten ab November 2009 in Kraft treten soll.
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